Die Strompreis-Lüge

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Jetzt haben die Angriffe auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz wieder Hochkonjunktur. Der Grund: Ab 2014 steigen die Strompreise erneut um etwa einen Cent. Schuld daran sind natürlich wieder einmal die erneuerbaren Energien. Sie dienen seit mindestens zehn Jahren als Sündenbock für höhere Stromrechnungen. Die alte Energiewirtschaft und ihre politischen Helfershelfer haben bei dieser Kampagne ein raffiniertes Lügengeflecht zusammengestrickt.

Erste Lüge: Die erneuerbaren Energien sind die Preistreiber. Richtig ist, dass in den letzten zehn Jahren die Strompreise um 11,5 Cent je KWh gestiegen sind, die Ökostromumlage aber nur um 4,9 Cent.

 

Zweite Lüge: Steigende Energiepreise sind verantwortlich für Armut in Deutschland. In Wahrheit sind die Ölpreise hierzulande seit 2009 um 300% gestiegen – der Strompreis aber nur um 60%. Armut ist ein Problem der Sozialpolitik, nicht der Energiepolitik.

 

Dritte Lüge: Allein der Ökostrom wird stark subventioniert. Die Wahrheit ist, dass seit dem Jahr 2000  die Einspeise-Vergütung für dasEEG  60 Milliarden Euro betrug, aber Kohle- und Atomenergie seit vielen Jahrzehnten mit insgesamt über 400 Milliarden Euroan staatlichen Subventionen unterstützt wurden.

 

Hinzu kommt, dass die riesigen Folgekosten der atomar-fossilen Energiewirtschaft unbezahlbar sind, während bei erneuerbaren Energien so gut wie keine Folgekosten – und schon gar keine Ewigkeitskosten wie bei Kohle und Atom – anfallen.

 

Fakt ist: Das EEG ist ein Erfolgsmodell

An seinem Beginn vor 13 Jahren hatten wir fünf Prozent Ökostrom, heute 25%. Genau deshalb haben bislang 60 Länder das deutsche EEG übernommen.

 

Was ist zu tun?

  1. Weniger Firmen von der Ökostromumlage befreien.
  2. Weniger Steuern auf Ökostrom.
  3. Der immer zunehmende Ökostrom macht an der Leipziger Strombörse den Strom insgesamt für die Stromindustrie immer billiger. Dieser Preisvorteil muss an die privaten Stromkunden weitergegeben werden.

Der Strompreis kann also durch kluge politische Maßnahmen billiger werden anstatt wie im jetzigen System immer teurer. So führt eine intelligent gemanagte Energiewende zu moderaten und sozial verträglichen Strompreisen, weil die Abhängigkeit von fossilen und atomaren Rohstoffen sinkt.

 

Die Politik und die alte Energiewirtschaft sollten nicht länger den leicht durchschaubaren Versuch machen, uns für dumm zu verkaufen.

 

Eine dauerhaft sichere und preiswerte Energiepolitik erfordert die ultimative Beschleunigung zu 100 Prozent erneuerbarer Energie.

 

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So setzt sich der Strompreis zusammen -

28,73 Cent je Kilowattstunde, davon:

  • 14,32 Cent für Erzeugung, Transport, Vertrieb
  • 5,277 Cent Ökostrom-Umlage
  • 4,59 Cent Mehrwertsteuer
  • 2,05 Cent Stromsteuer
  • 1,79 Cent Konzessionsabgabe
  • 0,329 Cent Umlage für Netzentgelt-Rabatte der Industrie
  • 0,250 Cent Haftungsumlage für Offshore-Windparks
  • 0,126 Cent Kraft-Wärme-Kopplungsaufschlag.

© BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

     

    Quelle:

    © Franz Alt 2013

    Was kostet die Umwandlung von erneuerbaren Energien in Strom?

    Studie vergleicht die Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien

    Presseinformation 28/13 vom 14. November 2013

    Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE liefert einen aktuellen Kostenvergleich für die Umwandlung unterschiedlicher Energieformen in elektrischen Strom sowie eine Prognose für die weitere Kostenentwicklung bis zum Jahr 2030. Die Freiburger Wissenschaftler analysieren sowohl die Stromgestehungskosten für erneuerbare als auch konventionelle Energietechnologien. Sie präsentieren Vergleichszahlen für neue Kraftwerke auf Basis von Sonne, Wind und Biogas, sowie Braun-, Steinkohle und Gas in Deutschland. Die Studie zeigt: Die Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren stark gefallen und haben den Anschluss an die Kosten der konventionellen Stromerzeugungstechnologien erreicht. Bis zum Jahr 2030 werden die Kosten für Strom aus PV- und Windanlagen in Deutschland sogar unter denen fossiler Kraftwerke liegen.

    Erneuerbare und konventionelle Energien im Vergleich
    Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten Photovoltaikanlagen an Standorten in Deutschland mit einer horizontalen Globalstrahlung zwischen 1000 und 1200 kWh/(m²a). Ihr Fazit: Kosteneffiziente PV-Freiflächenanlagen, die 2013 in Süddeutschland errichtet werden, können Stromgestehungskosten von rund 0,08 Euro/kWh erzielen. Selbst kleine PV-Aufdachanlagen in Norddeutschland können Strom heute für unter 0,14 Euro/kWh produzieren und liegen damit weit unter dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 0,29 Euro/kWh.

    Für Windenergieanlagen zeigte sich: An sehr guten Standorten produzieren Onshore-Windenergieanlagen zu geringeren Kosten Strom als Steinkohle- oder Gas- und Dampfkraftwerke. Die Stromgestehungskosten für Onshore-Windenergie liegen heute zwischen 0,05 und 0,11 Euro/kWh. Dagegen verzeichnen Offshore-Windenergieanlagen trotz höherer Volllaststundenzahl mit 0,12 bis 0,19 Euro/kWh deutlich höhere Stromgestehungskosten. Bei der Offshore-Technologie besteht jedoch noch erhebliches Kosten-senkungspotenzial, während dieses bei Onshore-Windenergieanlagen nahezu ausgereizt ist. Biogas-Anlagen kommen abhängig von Auslastung und Brennstoffart auf 0,14 bis 0,22 Euro/kWh.

    »Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren und konventionellen Energien sind nicht die Herstellungskosten allein, sondern auch vor- und nachgelagerte Kosten«, sagt Christoph Kost, Projektleiter am Fraunhofer ISE. »Natürliche Rahmenbedingungen wie Sonneneinstrahlung und Windangebot, Finanzierungskosten und Risikoaufschläge für neue Kraftwerke haben erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse. Nur mit ihrer Berücksichtigung können wir die Stromgestehungskosten einzelner Technologien wirklich miteinander vergleichen und die Konkurrenzfähigkeit der erneuerbaren Energien überzeugend veranschaulichen.«

    Als Referenzwerte zieht die Studie die Stromgestehungskosten von neuen konventionellen Braun-, Steinkohle- und Erdgaskraftwerken heran. Abhängig von den angenommenen Volllaststunden, Brennstoff- und CO2-Zertifikatspreisen liegen die Stromgestehungskosten von Braunkohle aktuell bei bis zu 0,053 Euro/kWh, von Steinkohle bei bis zu 0,080 Euro/kWh und von Gas- und Dampfkraftwerken (GuD) bei bis zu 0,098 Euro/kWh.

    Photovoltaik und Wind: Ausblick und Prognose 2030
    Nach Auswertung und Vergleich aller Daten geben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer ISE folgenden Ausblick: »Bis 2030 werden die Stromgestehungskosten für Photovoltaik auf 0,06 bis 0,09 Euro/kWh sinken. Damit können selbst kleine dachinstallierte PV-Anlagen mit Onshore-Wind und den gestiegenen Stromgestehungskosten von Braunkohle-, Steinkohle- und GuD-Kraftwerken konkurrieren«, so Prof. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer ISE. Onshore-Windenergieanlagen werden ihre Stromgestehungskosten gegenüber konventionellen Kraftwerken ebenfalls reduzieren und spätestens 2020 mit Braunkohle vergleichbar sein, da die Volllaststunden der konventionellen Kraftwerke im Zuge der Energiewende absinken werden und die CO2-Zertifikatspreise ansteigen könnten. Im Vergleich der erneuerbaren Energien untereinander zeigt sich, dass die Kosten von PV und Onshore-Windanlagen zukünftig auf dem gleichen Level deutlich unter 0,10 Euro/kWh liegen. Das Rennen um die Kostenführerschaft werden diese beiden Technologien damit klar gewinnen. Offshore-Windanlagen haben zwar höhere Kosten, aber gleichzeitig den Vorteil höherer Vollaststunden. Den höheren Kosten bei Biomasseanlagen steht ihre Regelbarkeit gegenüber.

    Bild:

    Lernkurvenbasierte Prognose von Stromgestehungskosten erneuerbarer Energien und konventioneller Kraftwerken in Deutschland bis 2030. Quelle: Studie »Stromgestehungskosten erneuerbare Energien« (Fraunhofer ISE, November 2013), Grafik: ©Fraunhofer ISE

    Fraktionsbeschluss: Die Energiewende weiterdenken

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    Die Lüge vom teuren Ökostrom

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    Energie

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